Österreich mit seiner Hauptstadt Wien war in der Geschichte lange Zeit das kulturelle und musikalische Zentrum Europas. Davon zeugt zunächst die Epoche der Wiener Klassik. Im Anschluss, als der Wiener Walzer und die Wiener Operette enstanden, spielten österreichische Komponisten weiterhin eine zentrale Rolle. Der Wiener Walzer gilt heute als einer der Standardtänze weltweit. Es handelt sich um einen Paartanz im Dreiviertel- oder Sechsachteltakt, der auf klassische Musik getanzt wird. Er ist doppelt so schnell wie der langsame Walzer.

Enstehung des Wiener Walzers

Der Wiener Walzer entwickelte sich aus einem österreichischen Rundtanz Ende des 18. Jahrhunderts und erlangte Anfang des 19. Jahrhunderts weltweite Berühmtheit. Außer bei Tanzturnieren ist er auf Bällen und Redouten verbreitet. Darüber hinaus ist der Wiener Walzer auf Hochzeiten verbreitet und gilt als der charakteristische Tanz des Brautpaares.

„Walzerkönig“ Johann Strauss (Sohn)

Die Musikerfamilie Strauss ist die große Dynastie des Wiener Walzers. Sie hat den Tanz oder die Musik im Grunde genommen erfunden. Johann Strauss (Sohn) lebte von 1825 bis 1899. Er gilt als der „Walzerkönig“ und komponierte zahlreiche Walzer. Eines seiner Werke „An der schönen blauen Donau“ ist bekannt als die „heimliche Nationalhymne Österreichs“. Weitere berühmte Walzerstücke stammen von Komponisten wie Joseph Lanner (1801-1843), Johann Strauss (Vater) (1804-1849) und Pjotr Iljitsch Tschaikowski (1840-1893).

Die Rolle des Wiener Walzer in der Wiener Operette

Eine zunehmend wichtige Rolle spielte der Wiener Walzer in der Operette des 19. Jahrhunderts. Die Wiener Operette stellt ein musikalisches Bühnenwerk dar und besteht aus gesprochenen Dialogen, die mit populären Melodien und Volkstänzen verbunden waren. Sie entstand ab den 1850er Jahren aus der französischen Operette. Komponisten wie Johann Strauss (Sohn) (“Wiener Blut”, “Der Zigeunerbaron” und “Die Fledermaus”) sowie Carl Zeller und Karl Millöcker schrieben bekannte Operetten-Werke. Später folgten weitere Werke von Franz Lehár (1870-1948), der mit seinem Stück „Die lustige Witwe“ Bekanntheit erlangte. Darüber hinaus gehört der Österreicher Robert Stolz (1880-1975) zu einer der bedeutendsten Operetten-Komponisten seiner Zeit.