Gibt es mittlerweile gute, billige Musik-Instrumente aus Fernost?

Diese Frage taucht in gewissen Zeitabständen immer wieder in der Musikszene auf und scheint irgendwie ihre Daseinsberechtigung zu haben. Hört man doch immer wieder, dass z.B. in China die Fertigungsstätten und Qualitätssicherung immer besser werden. Auch renommierte Produkte wie das iPhone werden schließlich in China gebaut, und viele Industrien schwören mittlerweile auf Werkzeugmaschinen aus Fernost. Nur, ein qualitativ hochwertiges iPhone aus China ist vergleichsweise teuer, und Werkzeugmaschinen haben sehr genaue Spezifikationen des Auftraggebers, was der Käufer eines Musikinstrumentes wohl kaum leisten kann. Hohe Qualität hat also auch in Fernost ihren Preis.

Was natürlich ebenfalls aus Fernost auf den europäischen Markt geworfen wird, sind billige Reproduktionen von Markenartikeln, die außer einer optischen Ähnlichkeit nicht wirklich viel mit dem Original gemein haben. Ein gutes Beispiel dafür sind sicherlich billige Kopien Schweizer Markenuhren, die meist nicht mal das Porto wert sind, für das sie verschickt werden. Die meisten, Niedrigpreis-Produkte aus Fernost haben meist nur einen Vorteil, sie sind „billig“. Nur „billig“ ist eben nicht „preiswert“. Sind sie „billig“, erfüllen sie einen gewissen kurzfristigen Zweck, haben sie eine hohe Qualität, sind sie nicht „billig“, sondern allenfalls „preiswert“.

Dieser kleine Ausflug in die Wortspielerei verdeutlicht ganz gut, worum es letztlich geht. Natürlich gibt es hochwertige Musikinstrumente aus Fernost, genau wie Werkzeuge, Uhren oder Smartphones, nur haben auch die ihren Preis. Sie sind zwar preiswerter als vergleichbare Markenprodukte, aber es bleibt gerade bei Musikinstrumenten die Frage der Reparatur und Wartungsfähigkeit, gegebenenfalls über Jahrzehnte im Raum stehen. Da sieht es dann nicht mehr so rosig aus. Wer sein Musikinstrument am Ende zur Wartung oder Reparatur zu einem Instrumentenbauer bringen muss, wird keine wahre Freude daran haben. Denn die Firma in Fernost, die existiert evtl. in 10 Jahren gar nicht mehr.

Fazit: Es bleibt bei der guten, alten Regel: Bei Musikinstrumenten sollte man besser nicht sparen. Marken- bzw. Qualitätsprodukte erleichtern das Lernen und bereiten Freude beim Üben, gerade bei Anfängern. Die Liebe liegt bei Musikinstrumenten im Detail und das wird niemals „billig“.

Klassik-Alarm: Immer weniger junge Leute spielen Instrumente

„Spieglein, Spieglein an der Wand, was ist los, in diesem Land?“ könnte der Hilfeschrei aus dem Lager der klassischen Musik lauten. Und das gerade in Österreich, dem Land der großen, berühmten Komponisten. Erst kürzlich war zu lesen, Mozart sei mit Abstand der bekannteste klassische Komponist der Welt. Die Statistiken sprechen aber leider für sich. Egal wo man hinsieht – sinkende Werte. Ob verkaufte Musik/Tonträger, Instrumente, Unterricht oder die Musiker selbst. Klassische Musik ist immer weniger angesagt. Die Erklärungen sind immer die gleichen: Keine Zeit, kein Geld und zu wenig soziale Anerkennung. Im Grunde genommen das Spiegelbild dessen, was auch im Nachbarland Deutschland zu beobachten ist, dabei werden die musikalischen Highlights immer seltener.

Junge Menschen haben nie Zeit

Ist das wirklich so? Wenn man den Statistiken glaubt, dass der moderne Mensch bis zu 10 Stunden seines Lebens irgendwelche Medien konsumiert, und dabei 3 bis 6 Std. an seinem Smartphone rumspielt, kann es das wohl eher nicht sein. Oder ist es etwa die halbe bis eine Stunde regelmäßiges Üben, die man sich selbst nicht mehr zumutet, weil man sonst „online“ etwas verpassen könnte?

Der junge Mensch hatte nie Geld

Betrachtet man es mal aus dem Blickwinkel, dass ein junger Mensch, der ein Musikinstrument spielt, zumindest weiß, was er mit seiner Zeit anfangen kann, ohne etwas kaufen zu müssen, dürften die finanziellen Freiräume, die das fleißige Erlernen eines Musikinstrumentes schaffen, bei weitem die Kosten fürs Instrument und die Unterrichtsstunde/Woche überschreiten.

Und die soziale Anerkennung?

Gibt es in unserer Gesellschaft wirklich nur noch kurzlebige Erfolge und Anerkennung? Haben wir uns soweit vom Menschsein entfernt, dass wir uns unsere emotionalen Hochs mittlerweile zusammenkaufen müssen? Dann wird es allerhöchste Zeit, die sozialen Werte wieder zurechtzurücken. Es kann doch nicht ernsthaft angehen, dass gerade in der österreichischen Gesellschaft der soziale Rückhalt für klassische Musik zu verschwinden droht.

Nur, an dieser Entwicklung wirklich etwas zu ändern, das fordert wohl das Engagement aller Beteiligten wie Politiker, Bildungssystem und Elternhaus.

Große Ehre: Mariss Jansons mit Ehrennadel der Salzburger Festspiele ausgezeichnet

Große Ehre für Mariss Jansons. Der aus Lettland stammende Dirigent wurde Anfang August mit der Festspielnadel der Salzburger Festspiele ausgezeichnet. Der Preis würdigt nicht nur die musikalische Leistung Jansons, sie steht auch für die besondere Verbundenheit des Festivals mit dem erfolgreichen Dirigenten, wie es von den Verantwortlichen heißt.

Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler ist voll des Lobes für den lettischen Dirigenten. Jansons habe immer den größten Respekt vor der Musik und den Musikern, mit denen er zusammenarbeite, so Rabl-Stadler. Immer wenn er den Dirigenten-Pult betrete, dann herrsche im Saal eine große Spannung. Festival-Intendant Markus Hinterhäuser pflichtet der Präsidentin in seinem Statement bei. Jansons gehöre zu den bedeutendsten Dirigentenpersönlichkeiten der Gegenwart. Die Ernsthaftigkeit des Letten ebenso wie seine Empfindsamkeit verleihe der klassischen Musik eine selten gewordene Wahrhaftigkeit, so der Intendant.

Mariss Janssons und Österreich

Ausdrücklich heben die Festival-Verantwortlichen in ihrer Würdigung die “besondere Beziehung” Jansons zu Österreich hervor. Diese beginnt bereits in den 1960er Jahren. Auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges darf der Lette 1969 im Rahmen eines Austauschprogramms an der Musikakademie in Wien studieren. Ein Jahr später arbeitet er in Salzburg bereits mit dem bedeutenden Dirigenten Herbert von Karajan zusammen.

Seinen Einstand bei den Festspielen der Mozartstadt hat Jansons freilich erst 1990. Danach ist er hier regelmäßig zu Gast. In den letzten 28 Jahren bringt er es in Salzburg auf insgesamt 38 Auftritte, und zwar mit sieben unetrschiedlichen Orchestern, darunter das Oslo Philharmonic Orchestra, das Wiener Philharmoniker und das Concertgebouw Orchestra.

Karriere eines Erfolgsdirigenten

Mariss Jansons wird 1943 als Sohn des Dirigenten Arvids Jansons in Riga geboren. Auch seine Mutter, eine Mezzosopranistin, ist der klassischen Musik verbunden. Seine musikalische Ausbildung beginnt am Leningrader Konservatorium, wo er Klavier, Violine und das Fach Dirigieren studiert. Im Laufe seiner Dirigenten-Laufbahn leitet Jansons so bedeutende Orchester wie das Osloer Philharmonie-Orchester und das London Philharmonic Orchestra. Im Jahr 2003 wird er Chefdirigent des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks, das er bis heute leitet.

Spielcasinos wollen klassische Musik-Festivals ausrichten

Musik-Festivals, insbesondere in der klassischen Musik sind meistens an einen bestimmten Ort gebunden, wie den Geburts- oder Schaffensort berühmter Komponisten. Die meisten musikalischen Festivals gehören somit, wie die Musik selbst, zu sehr alten etablierten Einrichtungen wie Festspiele, Konzert- oder Musikwochen. Was haben klassische Musik und Spielbanken bzw. Casinospiele denn überhaupt gemeinsam, mag jetzt als Frage im Raum stehen. Noch Anfang des 20. Jahrhunderts, vor der modernen Unterhaltungsmusik, besaß fast jedes große Casino eigene Orchester oder Kammermusik-Ensamble für den eigenen Musik-Salon. Die Welten liegen also gar nicht so weit voneinander entfernt. Nun ist es natürlich nicht ganz einfach, in den Kreis dieser bestehenden Kulturveranstaltungen einzutreten, also muss etwas Neues für die Casinos her, und derzeit gibt es dafür drei ganz hervorragende Ansätze.

Mobile Musik Festvals

Schon mal an eine gemütliches Musik-Wocheende mit klassischer Musik auf einem Schiff gedacht? z. B. eine zweitägige Mozart-Fahrt auf dem Bodensee, so als kleiner Vorgeschmack, und später, wenn´s gefällt, auf einem richtigen Ozean-Liner die Klassik-Woche in Skandinavien. Neben geeigneten Konzertsälen gäbe es auf dem Schiff auch Glücksspielbereiche. Und damit der wahre Musikgenuss nicht getrübt wird, muss das Schiff während der Konzerte nicht gerade mit voller Kraft fahren.

Große Talentwettbewerbe

Kennen Sie „Got Talent Shows” oder gar „Austria´s got talent“? Jeder mit einem gewissen Talent, das Aufsehen erregen könnte, darf sich nach Vorauswahl in diesen Shows dem Publikum präsentieren. Und „Classic´s got talent“? Wer würde dabei nicht direkt an Österreich denken? Internationale Sänger, Solisten, Ensambles oder auch komische und magische Einlagen, alles rund um klassische Musik, wäre denkbar. Im Casino kann jeder natürlich auf den Gewinner der Saison wetten.

Die Klassik-Meile im Park

Schon ist sie fast vergessen, die Love-Parade, die bis zu dem tragischen Unglück 2010 in Duisburg, Deutschland, Millionen Musik-Fans auf die Strasse lockte. Drehen wir den Spies einfach um. Der Besucher hat ein Programm und die kleineren Konzerte finden an einer Klassik-Meile in Pavillons in einem großen Park mit Cafés und Restaurents statt. Hört sich doch gut an, oder?

Der PhilharmonieLunch wird immer beliebter

Eine fantastische Idee aus Deutschland wird auch in Österreich, der Heimat der großen Komponisten, immer beliebter. In der Philharmonie der Rhein-Metropole Köln wird es „PhilharmonieLunch“ genannt. Gemeint sind kurze, aber dafür beinahe täglich stattfindende Gratis-Vorführung des großen Orchesters.

Was als öffentliche Probe begann, hat sich als eine feste Institution entwickelt. Immer mehr Städte mit Konzerthäusern ziehen nach und der Andrang ist jedes Mal riesig. Meist müssen Gäste abgewiesen werden, weil der Konzertsaal aus allen Nähten zu platzen droht. Seien es Schulklassen, Rentner oder Touristen, es gibt scheinbar viele Menschen, die unter der Woche mittags Zeit haben für eine kurze Vorführung des Orchesters.

Die Dauer der Veranstaltung beträgt je nach Stadt zwischen 30 und 45 Minuten, das klingt nicht lang, aber es ist für viele Menschen trotzdem eine willkommene Abwechslung in ihrem Tagesablauf. Für viele hat es gar etwas Meditatives, sich für eine halbe Stunde lang bewusst der klassischen Musik hinzugeben. Eine Massage für die Sinne, wie es so manch einer nennt.

Da die Preise der üblichen Vorstellungen gerne 50 oder manchmal über 100 Euro kosten können, sind diese täglichen, öffentlichen Proben eine wunderbare Möglichkeit, Menschen mit klassischer Musik zu erreichen, denen diese sonst viel zu teuer wäre. Hier hat die öffentliche Hand gut erkannt, dass es wichtig ist, möglichst vielen Menschen den Zugang zur Hochkultur einfach zu machen.

Denn es ist in der Tat eine der Aufgaben, die staatliche Orchester innehaben. Zu Zeiten des Dritten Reiches wurde viel Kunst verbannt und als entartet und schändlich betrachtet. Deshalb wurde nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges festgelegt, dass es eine Kernaufgabe der Orchester ist, den Menschen ein möglichst breites Angebot an musikalischer Kunst zu präsentieren.

Wer von Ihnen aus einer Stadt kommt, das kein Orchester hat, der sollte bei seinem nächsten Großstadt-Besuch unbedingt eine solche Vorführung mit einplanen. Es lohnt sich. Machen Sie sich selbst und ihrer Begleitung eine kleine Freude.

Gustav Kuhn von Plagiatsvorwürfen befreit

Immerhin eine Sorge ist Gustav Kuhn los. Der Intendant der Tiroler Festspiele Erl stand zuletzt wegen mehreren Vorwürfen im Zentrum des öffentlichen Interesses. Nicht nur muss sich der 72-Jährige noch immer des Verdacht erwehren, mehrere Frauen sexuell belästigt zu haben. Weshalb er am 31. Juli nach dem Druck auch von Seiten der Politik die künstlerische Leitung der Tiroler Festspiele Erl ruhend gestellt hat. Der Dirigent und Regisseur soll auch bei seiner Doktorarbeit gemogelt haben. Was letzteren Punkt angeht, wird Kuhn nun zumindest teilweise entlastet.

Nachdem der Intendant in den Verdacht geraten war, seine Doktorarbeit plagiiert zu haben, hatte die Salzburger Universität die Schrift einer eingehenden Prüfung unterzogen. Das Ergebnis: Kuhn hätte zwar handwerkliche Fehler gemacht, für die Aberkennung des Doktortitels reiche das jedoch nicht aus. Die Fehler wären bereits in früheren Gutachten erkannt worden, weshalb die Dissertation schon damals entsprechend bewertet worden wäre, heißt es in einer Stellungnahme der Uni Salzburg. Kuhn hätte demnach nicht den Versuch unternommen, die in Frage kommenden Passagen als eigene Gedanken auszugeben. Aus diesem Grund werde das Verfahren gegen den Dirigenten und Komponisten eingestellt.

Gustav Kuhn gehört zu den schillerndsten Persönlichkeiten des klassischen Musikbetriebs in Österreich. Der Dirigent und Regisseur wird 1945 in Turrach in der Steiermark geboren. Bevor er Dauergast bei den Salzburger Festspielen wird, studiert er Dirigieren an den Musikhochschulen Salzburg und Wien. Zu seinen Lehrern gehören neben dem Dirigenten Herbert von Karajan auch Gerhard Wimberger und Hans Swarowsky.

Neben seiner Vorliebe für die klassische Musik zeigt sich Kuhn von Anfang auch geisteswissenschaftlich interessiert. Seine Doktorarbeit schreibt er in den Fächern Psychologie, Philosophie und Psychopathologie. Als Dirigent leitet er über die Jahre hinweg mehrere große Orchester, darunter die Berliner Philharmoniker und das London Symphony Orchestra. Als Komponist schafft Kuhn unter anderem Orchesterwerke sowie Messen und Solostücke. Gefeiert wird er auch für seine Arbeit als Regisseur.

Österreichische Komponisten und ihre kulturellen Einflüsse

Jährlich findet im Schlosspark von Schloss Schönbrunn das legendäre und kostenlose Konzert der Wiener Philharmoniker statt. Diese beeindrucken ein bunt gemischtes Publikum aus Wien -Urlauber und Einheimische – mit Werken von Haydn, Mozart, Mahler und Liszt. Es gibt keine bessere Möglichkeit, um tief in die Welt der österreichischen klassischen Musik einzutauchen.

Weil das Reisen und die internatonalen Einflüsse auch bei den großen heimischen Komponisten eine große Rolle spielen, haben wir diese in Hinblick auf ihre kulturellen Einfärbungen genauer unter die Lupe genommen.

Wolfgang Amadeus Mozart

Er ist wohl der bekannteste der österreichischen Komponisten. Er galt als musikalisches Wunderkind und tourte schon im Alter von sechs Jahren gemeinsam mit seinen Eltern durch unzählige deutsche und belgische Städte und später sogar nach London und Paris. Überall wo er hinkam, beeindruckte er die Besucher durch seine virtuosen Darbietungen am Klavier. Diese Reiseerlebnisse finden sich auch in seiner Musik wieder; der genaue Zuhörer entdeckt Impulse und Einflüss aus unterschiedlichen Kulturräumen. Besonders der Einfluss von italienischen Opern ist in den Kompositionen Mozarts zu spüren.

Joseph Haydn

Der Komponist war sehr heimatverbunden, doch auch für ihn hat der Austausch der euopäischen Kulturen eine wichtige Rolle gespielt, um seinen Stil weiterzuentwickeln. Beinahe sein ganzes Leben stand Haydn im Dienste von Fürst Esterhazy, bis er im Jahr 1791 in London einen Auftrag zum Komponieren bekam. Vier Jahre verbrachte er in England und er komponierte in dieser Zeit nicht nur die „12 Londoner Symphonien“, von denen vor allem die Paukenschlag-Symphonie große Berühmtheit erlangte, sondern auch die Oper Orfeo und 250 Einzelkompositionen. Aber auch die Wurzeln Haydns, er war gebürtig aus dem Burgenland, hört man in einigen Kompositionen durch, gerade wenn sie mit kroatischen oder ungarischen Volksliedern beginnen.

Franz Liszt

Auch der Burgenländer brachte die Einflüsse seiner Heimat in die Musik ein. Besonders begeistert war er von der Musik der ungarischen Roma, die er auch später selbst in seine Kompositionen miteinbezog.

Casinos werden endlich wieder zu Konzertsälen

Ja richtig: „wieder“, denn all das ist gar nicht so neu. Spielcasinos gab es schon längst vor der modernen Unterhaltungsmusik. Früher hatten Casinos zum Teil sogar ihr eigenes Privat-Orchester. Gern wurde dabei vom „Casino-Salon-Orchester“ gesprochen. Also ein kleines Ensemble oder eine Combo, die im Salon des Casinos Musik für die Gäste machte. Wahrscheinlich wurde im Laufe der Zeit aus Kostengründen darauf verzichtet, als es günstiger wurde, die Räume der Casinos einheitlich mit Musik von Tonträgern zu beschallen.

Aber, wie schon so oft, feiert alles irgendwann seine Renaissance, so auch der alte, sehr gemütliche Brauch, Live-Musik in Casinos darzubieten. Musik, gerade klassische Musik hat auf den Menschen einen sehr angenehmen und beruhigenden Effekt, etwas, das gerade bei Glücksspielen oft fehlen kann, insbesondere in Phasen besonderer Anspannung. Dass gerade Österreich eines der Länder ist, die diesen Trend fördern, liegt auf der Hand. Allein die Anzahl bedeutender Komponisten, die in diesem schönen Alpenland ihre Heimat hatten, spricht für sich. Die Namen berühmter Städte wie Wien und Salzburg lassen jeden Menschen direkt an klassische Musik denken. Wer verbindet zum Beispiel nicht den Namen Wolfgang Amadeus Mozart direkt mit Österreich?

Darüber hinaus verbindet die klassische Musik und moderne Casinos, auch Live-Casinos, ein sehr reizvoller Kontrast, nämlich, dass zwei völlig verschiedene Welten harmonisch aufeinandertreffen.  Auf der einen Seite haben wir die modernste Glücksspielelektronik mit oesterreichischecasinos.at Slots, auf der anderen Seite das nostalgische und noble Ambiente von jungen Musikern, die auf edlen und wertvollen Musikinstrumenten spielen. Alleine das einmal mitzuerleben hat doch schon seinen gewissen Reiz.

Natürlich ist es auch eine Frage der Kosten, ein edles Brauchtum wieder ins Leben zu rufen, aber es finden sich ganz sicher viele Musiker, die gerade durch die Auftritte in Casinos ihr Musikstudium finanzieren können, oder einfach nur die Gelegenheit nutzen, ihr Talent zur Schau zu stellen. Die Besucherschaft in Casinos ist sehr gemischt und vielschichtig. Und wer weiß, vielleicht wird einer der nächsten Top-Musiker der Wiener Philharmoniker ja in einem Casino entdeckt.

Eröffnung der Bregenzer Festspiele

Die Bregenzer Festspiele finden wie jedes Jahr im Sommer in der Vorarlberger Landeshauptstadt statt. Besonders beliebt ist und bleibt das „Spiel auf dem See“, das auf der großen Seebühne stattfindet und jedes Jahr eine große Anzahl von Zuschauern zum Kulturfestival mit den Wiener Symphonikern lockt. Eröffnet wurde die 73. Runde der Festspiele am 18. Juli 2018 vom österreichischen Präsidenten Alexander Van der Bellen. Bei der Eröffnungsrede betonte er die Rolle der Bürger in Bezug auf die Freiheit von Kunst und Kultur. Die Festspiele mit etwa 80 Veranstaltungen und jährlich etwa 200.000 Besuchern dauern bis am 20. August 2018.

Eröffnung Bregenzer Festspiele 2018 mit der Oper „Beatrice Cenci“

Den Auftakt für die Festspiele machte eine besondere Inszenierung der Oper “Beatrice Cenci” von Berthold Goldschmidt unter der Regie von Johannes Erath. Das Bühnenwerk stammt aus dem Jahr 1949 und handelt von skrupelloser Gewalt. Die erste Aufführung gab es im Jahr 1988 in London. Themen wie Würde und Respekt sowie Zivilcourage und Menschlichkeit stehen im Mittelpunkt. Ein Thema, das heute aktueller ist als je zuvor. Auf der Seebühne sind insgesamt 29 Aufführungen der Oper „Carmen“ geplant. Das Werk steht zum zweiten Mal auf dem Programm. Erst nächstes Jahr folgt ein Wechsel und die Oper „Rigoletto“ von Giuseppe Verdi wird gezeigt.

Kontroversen um Star-Dirigent Karl Böhm

Umstrittene Äußerungen gab es bei der Eröffnung der Festspiele am Bodenseen von Van der Bellen. Er bezeichnete den Star-Dirigenten Karl Böhm (1894-1981) als großartiger Dirigent und bejubelter Mozart- und Wagner-Interpret. Darüber hinaus bezeichnete er ihn als “willigen Diener des Nationalsozialismus“. Während der diesjährigen Festspiele kommt der Person im Stück „Böhm“ von Paulus Hochgatterer eine wichtige Rolle zu. Die Alliierten hatten dem Dirigenten nach dem Krieg zwei Jahre lang verboten, aufzutreten. Doch im Anschluss zwischen 1954 und 1956 war er Direktor der Wiener Staatsoper und dirigierte mehrere Male Darbietungen und Konzerte bei den Bregenzer Festspielen.

Musikwettbewerb in einem Casino in Österreich

Wer hätte das gedacht? Altes Brauchtum feiert seine Renaissance: Ein österreichisches Spielcasino richtet einen Musikwettbewerb für klassische Musik aus. Junge Musiker, Sänger und Komponisten können ein ganzes Wochenende lang ihre Werke der breiten Öffentlichkeit präsentieren. Hatten doch früher schon die großen Spielbanken des Landes ihre Musiksalons, in denen Kammermusik die Gäste bei Kaffee und Kuchen oder einem Glas Sekt mit dem nötigen musikalischen Ambiente versorgten.

Während die Popmusik derzeit ihre neuen Musikstücke und -werke einfach auf Youtube hochlädt, bleibt den Nachwuchsmusikern eher altbewährt das Musizieren im heimischen Orchester oder das Vorspielen als talentierte Straßenmusiker. Wo es doch gerade junge Musiker der klassischen Musik wären, denen im Land der klassischen Musik ein besonderes Augenmerk gewidmet werden sollte. Gerade viele Musikstudenten haben es finanziell nicht leicht und es ist auch nicht immer die Sache von Pianisten oder Violinisten, in Kneipen zu arbeiten oder Kartons zu stapeln.

So bleibt nur zu sagen: Herzlichen Glückwunsch zu dieser grandiosen Idee, gleich mehrere Aspekte des kulturellen Lebens miteinander zu verbinden. Wenn nicht Speilbanken, welches andere gediegene Ambiente wäre wohl besser für einen musikalischen Wettbewerb geeignet? Haben nicht gerade Wetten und nobles Ambiente eine lange Tradition? Denken wir doch nur mal an die Pferderennen auf der berühmten Rennstrecke in Ascot, wo sich seit 1711 die Creme de la Creme des britischen Adelshauses und sonstige Blaublütler einfinden, um beim Sportwettbewerb ihrer Kinder die aktuelle Hutmode zu präsentieren.

Spielbanken und Spielcasinos gehörten schon immer zu den Treffpunkten von Leuten mit Rang und Namen sowie der Prominenz des Showgeschäftes. Für alle Teilnehmer an diesem Wettbewerb kann dieser auch die Möglichkeit bergen, als Talent in einem ganz anderen Kontext entdeckt zu werden. Da der klassisch-musikalische Bereich in der Gesellschaft derzeit generell etwas zu „lahmen“ scheint, um nochmal auf die Pferderennen zu verweisen, ist diese Veranstaltung eine ganz hervorragende Option, der klassischen Musik mit ihren vielen, jungen Talenten wieder etwas auf die Sprünge zu helfen.

Eine ganz ausgezeichnete Initiative im Sinne des kulturellen Gesellschaftslebens.